Montag, 20. Oktober 2014

(ü) Geschichte und Theorie: Verschmelzung mit der A.I., Deep Learning, Allen Musk Wir sind Teil einer Simulation?

Allen Musk: http://www.vox.com/2016/6/2/11837608/elon-musk-simulation-argument?utm_content=buffer4be51&utm_medium=social&utm_source=facebook.com&utm_campaign=buffer

Der verknüpfteste Mensch der Welt:

http://dataconomy.com/60-seconds-with-the-most-connected-man-on-earth/

Google on Deep-Learning:
https://www.youtube.com/watch?v=ynZ8_CFRDgE

Mars McTeirnan war noch Teil dieser Welt, doch er fühlte sich noch in dieser Welt.

Prof. Norder: Es war ein Fehler, der Menschen zu glauben, dass der Individualismus, die absolute Befreiung war. Wir sind verflochten mit diesem Universum und es wird uns bewusst, wenn wir bedenken, dass selbst der entfernteste Stern noch in einer individuellen Beziehung steht und dies einfach nur dadurch, dass wir beide da sind. 

Doch ebenso wie der Individualismus ein Fehler war, war es ebenso ein Fehler der Menschen, zu glauben, dass das Kollektiv die Lösung sein musste. Wir nennen das einen Sozialholismus.  

Stattdessen war die Welt eine Wirklichkeit des Untrennbaren... aber halt das ist auch falsch und wir begehen, den gleichen konzeptionellen Fehlern, denn unsere Existenz ist zugleich verbunden und getrennt. Die Wirklichkeit musste ein Ganzes sein, in dem Einzelne als Allgemeine leben durften: So waren wir beides: Individuum und Kollektiv.

Mars hatte bereits seinen gesamten Körper prothetisiert. Er war seit seiner Kindheit ein sich transformierendes Geschöpf. Schon in seinen ersten Gedanken hatte er eine Reise zu sich selbst angetreten, die weiter sein würde als jedes erreichbare Gestirn im Himmel.

Die Reise begann mit den kleinen Verletzungen, die er seinem Körper zufügte, wenn er die fehlende Liebe seiner Eltern nicht spüren konnte. Die kleinen Verletzungen, die all die emotionalen und physischen Übergriffe seiner Mutter kompensierten. Womöglich aber begann es bereits als seine Mutter ihn während der Schwangerschaft wie ein Ding behandelte, als sie ohne Mitgefühl für das Bauchlebewesen ihre Welt mit den modernen Drogen auffrischte. Drogen, die in Kombination mit neuen Spielen eine andere Wirklichkeit entstehen ließen. Eine Einheit Vidrulin könne nicht schaden,  und schließlich war es ihr immer auch noch ihr Leben. Nein, Mars war kein geliebtes Kind, sondern für eine Mutter da, die nicht allein, die nicht ohne Ablenkung von sich sein konnte. Auch wenn er nur als Teil existierte.

Es sollte genügen hier anzumerken, dass die Väter, die sie in Zukunft ins Haus brachte, auch nur eben Interesse an Dingen hatten und so in ihm ein Ding sahen.

Prof. Norder: Die Menschen haben sich lange Zeit als Dinge verstanden. Mit der angeblichen Verwissenschaftlichung unserer Gesellschaft sollte alles nur noch als Kausalbeziehung verstanden werden. Der Geist war nur eine Illusion des Gehirns und die Menschen fragten sich immer weniger nach der Lücke dieser Theorie. Wenn der Geist nur eine Illusion sein sollte, für wen war dann der Geist als Illusion gedacht? War es für uns, so war der Geist eine Illusion für eine Illusion?

Bald schon hatte Mars sich selbst als kontrollierbares Ding begriffen. Die vielen Narben seiner inneren Verletzungen formierten sich auf der Haut. Da die Gesellschaft diese Verletzungen ablehnte, lernte er bald sie in anerkannte Süchte zu transformieren. Er rauchte, trank, spürte wenig und ließ sich den Körper nach und nach durchtätowieren. Die Einsamkeit drückte er wie einen Stempel auf seinen Körper. Sein alternder Körper trug diesen jungen, wütenden Mann in sich.

Mars sah keine anderen Wege sich zu befreien. Sein zurückgezogenes und zugleich zorniges Wesen brachte ihm keine Erfolge bei Frauen. Er hatte keine Weltoffenheit für Oberflächlichkeiten übrig und so konnte er ihnen keine illusorischen Welten des Glücks aufschließen.

Mars Selbstverletzungen aber waren anerkannt als Selbsttransformationen. Als bald schon die Technik Fortschritte machte, entschloss er nach den Tunneln in Ohrläppchen und Nase, dem durchtätowierten Gesicht wie auch der gespaltenen Zunge seinen Körper gänzlich zu verändern.

Prof. Norder: Es begann im Jahre 2015 als Menschen, sich zunächst Körperteile anheften ließen, deren Funktionen, den Körper imitierten, doch bald schon über den Körper hinausgingen. Warum auch einen Arm haben, wenn es ein Maschinengewehr hätte sein können? Warum einen Arm, wenn es ein gewaltiger Kran sein durfte. Die Transformierungen gerieten bei einigen wie bei durchtätowierten Menschen der 2000er außer Kontrolle. Es gab Menschen, die brauchten kein ästhetisch menschliches Aussehen mehr, denn die Ästhetik des Menschen hatten sie nie genossen.

Mars war ein Cyborg, der nicht mehr menschliches Ansehen hatte, sondern nur noch sein Gehirn, ein Nervensystem und ein Verdauungstrakt. Alle anderen Mechanismen, die als organische Hülle dienen sollten, waren ausgetauscht und verbessert, enhanced. Das Human Enhancement Project hatte nun den letzten Übergang veranlasst, den Menschen von seiner biologischen Funktion zu befreien. Und Mars sollte der erste sein, der den großen Übergang, die größte Reise der Menschheit vollzog.