Dienstag, 14. Juni 2016

Filme - Tomorrowland - Reflexionen über Mensch und Maschine [ue]


Zukunft der Staatenlenkung

Sergej Rostowicz: "Ab einer gewissen Populationsgrenze wird das Individuum austauschbar. Wir analysieren die Bevölkerung nach sehr strengen Logharithmen und liquidieren dann potenzielle Terroristen. (vgl. http://arstechnica.co.uk/security/2016/02/the-nsas-skynet-program-may-be-killing-thousands-of-innocent-people/). Gesellschaften verschmerzen Kollateralschäden, denn letztlich dezimiert eine Säuberung unmotivierte, unvernünftige Terrorakte. Die Lage ist daher einfach rational zu betrachten: Präzise Schnitte erhöhen letztlich die Freiheit."

Zur Zukunft einer Ethik, die auch Maschinen berücksichtigt
Alfred Eisleben: "Ein Ameisenstaat braucht dir Rechte der Individuen nicht zu achten. Ein Ameisenstaat betrachtet die Individuen als prinzipiell ersetzbar. Ganz im Gegensatz steht die Idee der Menschenrechte, dass wir zum Beispiel Flüchtlingen helfen oder nicht foltern. Hier legen wir Wert auf die Heiligkeit des Individuums, das unter keinen Umständen einem Zweck unter geordnet werden darf. Wir müssen beginnen, diese heilige Individualität nicht nur in den Menschen, sondern auch in den Dingen zu entdecken."

Zur Zukunft der ewigen Präsenz
Anatol Blick: "Wir werden nicht mehr vergessen. Wir haben Technologien entwickelt, die unser Wissen länger als das Universum konservieren können: (vgl: http://futurism.com/memory-that-lasts-forever-new-quartz-coin-can-store-360tb-of-data-for-14-billion-years/). Die Zukunft versteht das Paradies als absolute Verfügbarkeit."

Zur Zukunft des Guten
Alfred Eisleben: "Jede Technologie hat die Probleme der nächsten Generation hervorgebracht. Die Feldwirtschaft brachte die Abhänigkeit von den Witterungen und damit Hungersnöte. Die Ordnung von Menschen im Staatengeflecht den Krieg. Die Industrialisierung brachte die übermäßige Umweltausbeutung. Das Internet bewirkte eine neue Überwachungsindustrie. Die Digitalisierung und Allgorhythmierung ließ schließlich die Quantifizierung von menschlichen Individuen zu.

Ich sehe das Paradies nicht darin neue Erfindungen auf den Weg zu bringen. Es bedarf erst noch der Entwicklung einer geeigneten Ethik und einer inneren Technologie, um das Gute zu verstehen."

Mein Beitrag
Das Morgen ist auch nur ein anderes "Jetzt". Technik hingegen ist der Traum, alle möglichen Gegenwarten verfügbar zu machen. Das unendeckte Land, die Zukunft, ist dabei der Seelenzipfel, der träumt und hofft. Die Zukunft ist nur ein Wunsch und im Wunsch sind wir niemals bei uns. In der Zukunft verbleiben wir als metaphysisch Verlorene, die durch eine Welt vagabundieren, die kein Zuhause bietet, eine Erde ohne Mutter, ein Land ohne Vater. Ob wir im Mantel aus Fleisch, als Cyborgs oder als Maschinen die Sinnfrage stellen, spielt dabei keine Rolle.

Filmempfehlung für die ethische Bildung:


Fragen für den Ethikunterricht: Inwieweit ist technologischer Fortschritt gerechtfertigt? Dürfen wir den Einzelnen für das Wohl der Gesamtheit opfern? Ist Technik ein Altar und falscher Gott?

Avid Graf: "Die Technik ist die Hoffnung der Unterdrückten, ein neuer König, der ihnen Seelenheit verkündet, doch für die Technik sind wir nur neue Unteranten."

Roboter sind ja neue, nicht-fleischige Vehikel für unsere Seelenreise und würden nach einem Umzug der Seele in das mechanische Gestell auch einem veränderten Weltklima standhalten. Diese Abwehr nach Außen, das heißt, diese Bewaffnung gegen Umstände, folgt schon seit längerem auch eine Aufrüstung nach Innen. Wir müssen psychologisch stumpf werden und wie in einer Todeszelle lernen. Wer nicht lernt, stirbt aus. Doch das ewige Lernen hat nur Zukunften zum Resultat, kein Ziel, kein Erholungsressort, kein Paradies am Ende des Technikregenbogens. Wir sind zum ewigen Überwinden unseres Selbst, zum ewigen Lernen verdammt. Dieser Regenbogen der Technik bleibt eine Reflexion in der Luft, ein Illusion für den Hoffenden, er bricht unsere Sorgen und Nöte und löst sie in das Wort "Morgen" auf. Doch das Glück besteht aus der Rückkehr aus der Zukunft zu uns selbst.

Der Film "Tomorrowland" zeigt die Probleme einer entgrenzten Wissenschaftlergemeinde auf, die versucht, das Land des Friedens durch staatlich organisierte Säuberungen zu erreichen.

Thich Nath Hanh hingegen lehrt: "Wer den Frieden sucht, kann diesen Frieden haben. Um den Krieg zu beenden, müssen wir erst den Krieg in uns beenden."

Die Frage ist nun, ob das Leben in der gegenwärtigen physikalischen Form noch lebenswert bleibt. Vielleicht sind wir nur eine Maschine aus Fleisch und wir sollten das Fleisch von unserer wahren Form abtrennen. Vielleicht ist die Reise zu den Maschinen nur die Reise zur wirklichen Seele?

Die Berührung des Körpers mit der Welt verschwindet. Der Körper war nur ein Verkehrsmittel um den Code der Seele zu erhalten. In der Zukunft befreien wir uns von diesem Körperklaus an uns und empfinden nur noch Seelen? So hoffen wir in das Morgen.

Wir werden einer Welt entgegen gehen, die sich immer mehr austauscht und den Menschen aus seinem fleischigen Mantel befreien will.

Noch ein paar andere Zukunftsaussichten:
So stellen wir uns die Zukunft heute vor, und so stellten wir sie uns früher
 vor: http://www.schleckysilberstein.com/2016/01/schone-neue-welt-wie-man-sich-im-19-jahrhundert-die-zukunft-vorgestellt-hat/